Review: „Das Waisenhaus“ – Übernatürlicher Horror

Ein altes Waisenhaus, ein adoptiertes Kind, imaginäre Freunde, ein dunkles Geheimnis aus vergangenen Tagen und schließlich eine Verkettung von Umständen, die das Leben von Mutter Laura für immer verändern werden. Bei „Das Waisenhaus“ handelt es sich um einen spanisch-mexikanischen Horrorfilm mit Belén Rueda als Mutter Laura und Roger Princep als ihr Sohn Simón in den Hauptrollen. Der Film greift ganz unterschiedliche Ängste und Sorgen auf. Da ist der adoptierte Sohn Simón, der nicht weiß, dass Laura und Carlos nicht seine leiblichen Eltern sind und der noch dazu HIV positiv ist. Da sind seine imaginären Freunde, die plötzlich immer mehr werden und die ihn auf diese Umstände aufmerksam machen und ihn so an der Liebe und Ehrlichkeit seiner Eltern zweifeln lassen. Simóns neue Freunde spielen eine immer wichtigere Rolle und greifen in das Leben der bis dahin glücklichen Familie in dem alten Haus ein. Laura, die damals selbst in dem Waisenhaus lebte und dieses mit ihrem Mann nun in ein Zuhause für behinderte Kinder umbauen möchte, erkennt die Bedeutung der unsichtbaren Freunde zu spät und das Unglück nimmt seinen Lauf.

„Ich werde nicht erwachsen werden!“

Simón, der sich verstärkt von seinen imaginären Freunden hat beeinflussen lassen, bekommt von diesen vermittelt, dass er, wie Peter Pan, nie erwachsen werden würde. Er äußert sogar die Befürchtung, dass er sterben werde und lässt seine Eltern mit solchen Aussagen geradezu verzweifeln. Doch dann ist Simón plötzlich verschwunden und Laura muss sich den imaginären Freunden ihres Sohnes nun ganz allein stellen und findet heraus, dass diese ihr gar nicht so fremd sind… „Das Waisenhaus“ zeigt Mutterliebe in einer ihrer stärksten Formen. Wie weit ist eine Mutter bereit zu gehen, um ihren Sohn zu retten, ohne dabei den eigenen Verstand zu verlieren? Der Film wird mit viel Gefühl erzählt und genau das unterstreicht den Horror der hinter dieser Geschichte steckt. Man möchte Simón mit seinen großen braunen Rehaugen und seinen wilden Locken in den Arm nehmen und ihn vor allem Übel beschützen. Doch auch der Zuschauer wird erst einmal hilflos zurückgelassen und muss mit der Mutter die Tortur der Suche nach ihrem Sohn miterleben. Nach und nach setzt sich das Puzzle zusammen und die Zusammenhänge ergeben sich. Und dann kommt es zu der Entdeckung, die den Zuschauer mit Gänsehaut und der Frage nach dem „was wäre wenn…“ zurücklässt.