Review: „Auf anderen Wegen“ von Andreas Bourani

Nichts neues, aber dafür viel Gefühl

„Auf anderen Wegen“ entstammt Bouranis 2014 erschienen Album „Hey“. Es handelt sich um einen gefühlvollen Popsong der das Ende einer Beziehung, bzw. das Auseinanderleben zweier Menschen beschreibt, was wohl letztlich in einem Aus der Beziehung enden wird. Bourani erfindet mit diesem Song das Rad nicht neu. Es ist die Mischung aus einer gängigen Melodie, gefühlvollem Text und reichlich Herzschmerz in der Stimme, die man bereits auch von anderen Sängern wie Tim Bendzko oder Xavier Naidoo kennt. Der Song ist radiotauglich, da er gefühlvoll, aber nicht deprimierend ist. Und obwohl man beim Hören das Gefühl hat, dass das beschrieben bzw. besungene Szenario schon so altbekannt ist wie die Beziehungs-Balladen selbst, tut der Song doch gut.

Wenn nur einer sich weiterentwickelt

„Auf anderen Wegen“ erzählt, wie die eine Person in der Beziehung scheinbar mehr will, sie will springen, singen und fliegen, während die andere zu stagnieren scheint und lediglich geht, redet und dabei Wurzeln schlägt. Den oft genannten Trennungsgründen „unüberbrückbare Differenzen“ oder man habe sich „auseinandergelebt“ scheint genau das vorausgegangen zu sein, was Bourani besingt. Es muss nicht immer sein, dass die Liebe gänzlich erloschen ist. Es genügt, dass ein Herz schneller schlägt als das andere. Man mag ein gemeinsames Leben haben und geht letztlich doch nur nebeneinander her. „Wir leuchten heller allein, vielleicht muss es so sein“, eine Zeile aus dem Lied, scheint anzudeuten, dass hier keine große Wut oder Enttäuschung dahinter steckt. Die gemeinsame Zeit ist vorbei, ja, aber die Tatsache dass man sie überhaupt zusammen erleben durfte sieht Bourani offensichtlich als eine Bereicherung an. Jeder Mensch der einem begegnet ist eine Bereicherung und Lehre, die einen bleiben länger, die anderen kürzer. Bourani will nichts erzwingen. Diese Episode in seinem Leben ist vorbei, doch das heißt nicht, dass er den anderen vergessen wird („Ich geb dich frei, ich werd dich lieben, bist ein Teil von mir geblieben“).

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