Keinohrhasen Film Review

Keinohrhasen

Gegensätze ziehen sich an und ergeben den perfekten Stoff für eine Liebeskomödie

Die Komödie „Keinohrhose“ aus dem Jahr 2007 gehört zu den erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. Die Hauptrollen werden von Til Schweiger und Nora Tschirner gespielt. Der Boulevardreporter Ludo ist bekennender Frauenheld, steht zu seiner Schwäche für das weibliche Geschlecht und sieht nichts verwerfliches daran, flüchtige Abenteuer einzugehen. Anna dagegen vertritt die Meinung, dass es so etwas wie die perfekte zwanglose Affäre nicht geben kann, da sich die Frau früher oder später immer in den Mann verlieben und somit mit gebrochenem Herzen zurückbleiben würde. Diese beiden so unterschiedlichen Menschen treffen nun in dem Kindergarten, in dem Anna arbeitet, aufeinander, da Ludo hier aufgrund einer vorausgegangenen Gerichtsverhandlung Sozialstunden ableisten muss. Es kommt, wie es kommen muss. Die beiden verlieben sich trotz oder gerade wegen ihrer Gegensätzlichkeiten ineinander. Doch bevor es zum Happy End kommen kann, folgen Diskussionen über Beziehungen und psychologische Erklärungsansätze für das Verhalten des jeweils anderen.

Stellenweise langatmig

Und genau diese herausgearbeitete Beziehungsproblematik macht den Film stellenweise recht langatmig. So wirft Anna Ludo vor, er würde sich jedweder Verantwortung gegenüber den Frauen entziehen, mit denen er seine One Night Stands verbringt. Ludo dagegen rechtfertigt sich damit, dass erwachsene Frauen schließlich wüssten, was sie tun. Annas Erklärungsversuche repräsentieren das Klischee par excellence: Frauen sind schwach und müssen sich zwangsläufig verlieben, da sie nicht in der Lage sind, Gefühle und Lust voneinander zu trennen. Es macht wenig Spaß, ihren Interpretationen des zwischenmenschlichen Beisammenseins zu folgen. Hinzu kommt bei „Keinohrhasen“ diese allgegenwärtige Nostalgie, die sich in gedämpften Farben sowie altmodischer Kleidung und Einrichtungsgegenstände zeigt. Dadurch wird eine angenehme Stimmung vermittelt, keine Frage, doch wirkt es gesamt sehr unrealistisch und es erschließt sich nicht ganz, wieso diese Retro-Schiene so stringent gefahren wird. Positiv anzumerken sind jedoch durchaus die vielzähligen Gastauftritte verschiedener deutscher Stars, die dem Film die nötige Würze und Situationskomik verleihen, allen voran die Darstellung von Jürgen Vogel.

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