Film Review: Sucker Punch

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Dieser Film über Frauen ist keineswegs so romantisch und kitschig, wie man das bei einem Film von Frauen denken sollte. Stattdessen könnte die Geschichte kaum trauriger sein. Hauptdarstellerin ist ein Mädchen mit dem Namen Baby Doll, das vom Stiefvater vergewaltigt wird. Ebenso wie ihre jüngere Schwester, die der Stiefvater umbringt. Baby Doll versucht sich an ihm zu rächen. Aus Schutz vor sich selbst steckt er sie in eine psychiatrische Anstalt, aus der nach einiger Zeit jedoch ein Bordell wird. Baby Doll und vier Leidensgenossinnen planen ihre Flucht und schmieden einen Plan, um fliehen zu können. Dabei flüchten sie sich in ihre Fantasiewelten.

Der Film ist dabei mutig, ehrlich und offen. Und doch scheint er an manchen Stellen wirr, während er alle fantasievollen Wege sucht, die verschiedenen Welten darzustellen und zu verdeutlichen. Die Handlung allerdings ist melodramatisch. Hätte der Regisseur den einzelnen Figuren mehr Raum gegeben, hätte der Zuschauer zu diesen eine noch emotionalere Bindung aufnehmen können. Stattdessen gibt es einen stetigen Wechsel zwischen den Welten, bei dem der Zuschauer erst einmal Schritt halten muss.

Und doch verdeutlicht der Film auf seine ganz eigene Art und Weise eines ganz besonders: Der Verstand ist die mächtigste Waffe, die der Mensch besitzt. Mit ihm können noch so hohe Rätsel gelöst, Mauern überwunden und Schlachten besiegt werden. Und egal wie ausweglos eine Situation im Leben scheint: Setzt man den Verstand richtig ein, lässt sich jedes noch so große Hindernis mit ihm überwinden.

Diese einfache und weise Erkenntnis wird in einem spannend geflochtenen Netz aus Darstellern und Situationen verwoben. Und noch ein Punkt macht den Film sehenswert: Er ist komplex gestaltet, beeindruckt mit seinen visuellen Effekten, und regt durch seine Geschichte und die nachhaltigen Hintergründe auch nach Ende des Films zum Nachdenken an. Ein Film, der sich lohnt angesehen zu werden – auch wenn es keine Komödie ist.