„Blair Witch Project“ – Subtile Angst in Perfektion

Fragt man passionierte Horrorfans nach ihren Lieblingsfilmen, stehen die Chancen nicht schlecht, dass dieser Film häufiger genannt wird: „The Blair Witch Project“.

„Blair Witch Project“ war das, was man zweifellos einen Kassenschlager nennen kann. Bei nur etwa 60.000 Dollar Produktionskosten spielte der Film rund 250 Millionen Dollar weltweit ein.

Der Film aus dem Jahr 1999 hat bis heute nichts an spannender Faszination verloren. Was auch daran liegen mag, dass er mit vielen Urängsten spielt; Dunkelheit, Alleinsein, verirrt in einem Wald, Fremde, Verlust von Bezugspersonen, unheimliche Geräusche in der Nacht, die sich nicht zuordnen lassen. Als Zuschauer hat man zwischenzeitlich das Gefühl verrückt im Kopf zu werden, weil manche Szenen so unangenehm sind. Es ist die Schlichtheit der Situation, die es so einfach macht, sich als Zuschauer hineinzuversetzen. Hier sind keine grauenvollen Serienkiller im Spiel, keine verfluchten alten Häuser und keine dämonischen Erscheinungen. Es sind ein paar Jugendliche im Wald, nicht mehr und nicht weniger. Oft erahnt man mehr, als dass man tatsächlich etwas sieht. Und jeder weiß, dass das eigene Kopfkino manchmal schlimmer als jeder Horrorstreifen sein kann.

In der Nacht kommt der Horror

Die Story handelt von drei Studenten, die eine Dokumentation über die Hexe von Blair drehen wollen. Dazu begeben sie sich, lediglich ausgestattet mit Zelten, einem Faltplan und einer Handkamera, in die Wälder von Burkittsville, Maryland, wo die Hexe früher gelebt haben soll. Sie wünschen sich ein paar eindrucksvolle und spannende Aufnahmen und ahnen nicht, dass sie diese letztlich auch bekommen sollen, nur anders als sie sich das vorgestellt haben. Schnell verlaufen sie sich, der Plan erweist sich als nutzlos. Die Nächte entwickeln sich langsam zum Albtraum. Immer wieder hören sie seltsame Geräusche, teilweise klingt es wie Kinderweinen aus der Ferne und sie haben das Gefühl, dass jemand um das Zelt schleicht. Bekräftigt wird diese Furcht durch verschiedene Spuren, die sie morgens um das Zelt herum finden. So sind einmal drei aufgebaute Steinhaufen neben dem Zelt zu finden. Eines Morgens ist dann einer der Jugendlichen verschwunden und der Horror nimmt weiter seinen Lauf. Alle Aufnahmen sind mit der Handkamera der Gruppe gemacht und wirken amateurhaft und teilweise verwackelt. Doch dies verleiht dem Film enorme Authentizität. Eine perfekte Kameraführung mit gestochen scharfen Bildern hätte hier nicht gepasst. „Blair Witch Project“ zeigt, dass es manchmal nur einer schlichten aber genialen Idee bedarf, um einen eindrucksvollen Film zu schaffen, für den nicht einmal ein übermäßiges Budget benötigt wird. Auch nach mehrmaligem Schauen verliert der Film nichts an Spannung und wird wohl weiterhin einen festen Platz auf der Liste der besten Horror-Klassiker haben.

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